Notdienst-Faktor: Kolik um 02:30 Uhr im Beispiel
Pferdekolik in der Nacht — welche GOT-Positionen fallen an, welcher Multiplikator passt, und wie sieht die Rechnung im Vergleich zum Tagdienst aus?
Die Ausgangssituation: Pferdekolik mitten in der Nacht
Es ist 02:30 Uhr. Der Halter ruft an: Sein Pferd zeigt klassische Kolik-Symptome — Wälzen, Schweißausbrüche, häufiger Harndrang. Du fährst los, 18 km einfache Strecke. Vor Ort: ausführliche Untersuchung, Schmerzmittel, Magen-Sonde.
Welche GOT-Positionen anfallen
- Allgemeinuntersuchung Pferd
- Kolik-Untersuchung (eingehend)
- Magen-Nasenschlund-Sonde
- Schmerzmittel-Injektion
- Wegegeld (36 Doppelkilometer)
- Notdienstgebühr (50 €)
Multiplikator richtig wählen — 2x, 3x oder 4x?
Werktags zwischen 23:00 und 06:00 sowie sonntags durchgehend ist der 4x-Faktor angemessen. Werktags 18:00–23:00 oder 06:00–08:00 ist meist 2x angemessen. Samstag-Tagdienst ist 3x. Im Beispiel: 02:30 Uhr werktags = 4x-Faktor.
Notdienstgebühr und Wegegeld korrekt addieren
Die 50 € Notdienstgebühr fallen zusätzlich an — nicht auf den Multiplikator angewendet. Wegegeld: 36 km × 3,50 € = 126 € (deutlich über Mindestbetrag).
Die Endrechnung im Vergleich Tagdienst vs. Notdienst
Beispielrechnung (gerundet): Im Tagdienst läge die Position bei ca. 220 € netto. Im Notdienst (4x-Faktor + 50 € Pauschale + 126 € Wegegeld) ergibt sich ein Honorar von ca. 825 € netto. Hinweis: Das ist eine Beispielrechnung — die tatsächlichen Sätze hängen von Steigerungsfaktor, Materialeinsatz und genauer Tageszeit ab.
Was Tierärzte häufig vergessen
- Notdienstgebühr von 50 € nicht eingetragen.
- Multiplikator zu niedrig gewählt (2x statt 4x).
- Wegegeld pauschal abgerechnet statt Doppelkilometer.
- Steigerungssatz ohne schriftliche Begründung.